Operative Marge der größten Autohersteller und Zulieferer der Welt: wie viel von jedem Euro Umsatz das Autogeschäft als operativen Gewinn abwirft, bei Mischkonzernen nur die Automobilsparte. Zusammengestellt von Philipp Raasch, 10 Jahre Mercedes-Benz, heute unabhängiger Analyst der Autoindustrie.
CATL führt mit 19,2 %, vor Infineon (17,5) und Pirelli (16,0).
| # | Unternehmen | Land | Marge | GJ |
|---|---|---|---|---|
| 1 | CATL | China | 19,2 % | 2025 |
| 2 | Infineon | Deutschland | 17,5 % | 2025 |
| 3 | Pirelli | Italien | 16,0 % | 2025 |
| 4 | Knorr-Bremse | Deutschland | 13,0 % | 2025 |
| 5 | Cummins | USA | 12,0 % | 2025 |
| 6 | Michelin | Frankreich | 10,9 % | 2025 |
| 7 | Continental | Deutschland | 10,3 % | 2025 |
| 8 | Brembo | Italien | 9,1 % | 2025 |
| 9 | Bridgestone | Japan | 8,6 % | 2025 |
| 10 | Denso | Japan | 7,3 % | 2026 |
| 11 | Sumitomo Electric | Japan | 6,9 % | 2025 |
| 12 | Aptiv | Irland | 5,8 % | 2025 |
| 13 | Goodyear | USA | 5,8 % | 2025 |
| 14 | Magna International | Kanada | 5,6 % | 2025 |
| 15 | Forvia | Frankreich | 5,6 % | 2025 |
| 16 | Hyundai Mobis | Korea | 5,5 % | 2025 |
| 17 | OPmobility | Frankreich | 4,8 % | 2025 |
| 18 | Valeo | Frankreich | 4,7 % | 2025 |
| 19 | Aisin | Japan | 4,5 % | 2026 |
| 20 | Schaeffler | Deutschland | 4,0 % | 2025 |
| 21 | HASCO (Huayu Automotive) | China | 3,9 % | 2025 |
| 22 | Lear | USA | 3,3 % | 2025 |
| 23 | Mobileye | Israel | -23,2 % | 2025 |
Geschäftsjahre können je Unternehmen abweichen (Spalte GJ).
Die operative Marge ist die ehrlichste Profitabilitäts-Zahl der Branche. Sie zeigt, wie viel vom Umsatz das reine Autobauen abwirft, bevor Finanzgeschäfte und Steuern das Bild schönrechnen oder verderben. Hier trennt sich Luxus von Masse: Ein Hersteller, der wenige teure Autos mit hoher Marge verkauft, ist oft gesünder als ein Riese, der Millionen Wagen mit dünner Marge bewegt.
Operative Marge, auch operative Umsatzrendite, ist das operative Ergebnis geteilt durch den Umsatz, in Prozent, aus dem jeweils letzten verfügbaren Geschäftsjahr. Sie ist der Branchenstandard für Profitabilität: Anders als die Nettomarge ist sie nicht durch Finanzergebnis, Steuern oder Einmaleffekte verzerrt und zeigt, wie profitabel das eigentliche Autobauen arbeitet. Entscheidend ist, dass wir nur das Autogeschäft messen. Viele Hersteller sind mehr als Autobauer: Sie betreiben große Auto-Banken (etwa Ford Credit, BMW oder Mercedes-Benz Mobility), Mahindra zusätzlich Traktoren, Xiaomi Smartphones. Deren Konzern-Marge wäre kein fairer Vergleich des Autobauens. Darum verwenden wir bei diesen Konzernen die vom Hersteller selbst berichtete operative Marge des Automobilsegments (ohne Finanz- und konzernfremde Sparten), so wie BMW, Mercedes, VW, Toyota oder Stellantis ihre Guidance darauf geben. Bei reinen Autobauern (etwa Tesla, Ferrari, BYD, Maruti) entspricht die Konzern-Marge bereits dem Autogeschäft. Alle Werte stammen aus den von den Herstellern berichteten Geschäfts- und Segmentzahlen, gegengeprüft gegen die Originalberichte. Bei chinesischen Herstellern verwenden wir die operative Kernmarge des Autogeschäfts, ohne Staatszuschüsse und ohne das Ergebnis nicht konsolidierter Gemeinschaftsunternehmen, damit der Vergleich des eigenen Autobaus fair bleibt. Die berichteten Segment-Definitionen unterscheiden sich leicht (manche Hersteller weisen eine bereinigte Marge aus), und die Geschäftsjahre variieren, japanische und indische Hersteller bilanzieren bis Ende März. Reine Beteiligungsholdings wie Porsche SE, die kein eigenes Autogeschäft betreiben, sind ausgenommen. Porsche AG, der Sportwagenbauer, ist normal enthalten. Verluste erscheinen als negative Marge.
Alle Angaben dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen keine Anlageberatung dar. Geschäftszahlen können verzögert, vorläufig oder fehlerhaft sein. Keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität. Wechselkurse: Europäische Zentralbank.
CATL hat mit 19,2 % die höchste operative Marge aller Autozulieferer, vor Infineon (17,5) und Pirelli (16,0). Stand: 24.06.2026.
Die operative Marge zeigt, wie viel von jedem Euro Umsatz das Autogeschäft als operativen Gewinn abwirft, in Prozent, vor Finanzergebnis, Steuern und Sondereffekten. Es ist die Kennzahl, an der die Autoindustrie ihre eigene Profitabilität misst. Wir nehmen bewusst nur das Autogeschäft: Bei Konzernen mit Bank-, Traktoren- oder Elektroniksparte zählt die vom Hersteller berichtete Marge des Automobilsegments, nicht die verwässerte Konzernzahl. Verluste erscheinen als negative Marge.
Spezialisierte Zulieferer, etwa für Batterien, Halbleiter oder Bremssysteme, erzielen teils höhere operative Margen als Volumenhersteller. Sie binden weniger Kapital in Werke und Vertrieb und sind in margenstarken Nischen unterwegs. Hersteller mit Massenproduktion haben oft dünnere Margen.
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